Über Kunstflug und Kunstflugfiguren

Wann ist ein Motormodell kunstflugtauglich?

Es gibt von der Konstruktion des Tragflügelprofils, der Festigkeit, und der Steuerbarkeit her verschiedene Modelle, von denen einige nur bedingt, andere mehr oder gar voll kunstflugtauglich sind:

Modelle mit gerader oder nach innen gewölbter Tragflügelunterseite sind nur für einige wenige Kunstflugfiguren geeignet, vorausgesetzt, die Festigkeit des Modells lässt die Figuren zu. Motor-Modelle dieser Art, oft als Sportmodelle bezeichnet, besitzen zudem meistens nur ein steuerbares Seiten- und Höhenruder.

Bei nach außen gewölbter Tragflügelunterseite (halb-symmmetrisch oder voll-symmetrisch) lässt sich je nach Stärke der Wölbung ein mehr oder weniger neutrales Flugverhalten in Normal- oder Rückenlage erzielen, d. h. das Modell hat (z. B. bei voll-symmetrischem Profil) in beiden Fluglagen ein ähnliches Flugverhalten. Es muß im Rückenflug mit nur geringem Tiefenruderausschlag auf gleicher Höhe gehalten werden. Solche Modelle fliegen durch den geringeren Auftrieb schneller und sind - wenn zusätzlich Querruder vorhanden - voll kunstflugtauglich.

Modelle, die nur mit Quer- und Höhenruder gesteuert werden, sind wiederum für einige Kunstflugfiguren nicht verwendbar.

Ein unbedingtes Muß sind absolut spielfreie Ruderanlenkungen, kräftige Servo´s und ein kräftiger Motor der in allen Drehzahlbereichen willig Gas annimmt. Auch führen „nachgebende“ Ruderanlenkungen sehr schnell zu Problemen.

Meine Empfehlung
Bevor mit dem Kunstflugtraining begonnen wird, sollte das Modell technisch Bestens vorbereitet sein und wirklich beherrscht werden.

Also Start´s und Landungen, bei den verschiedensten Witterungsbedingungen, sollten immer klappen. Auch bei verschiedenen Windrichtungen sollte ein gerader Überflug ohne das das Modell „wilde Sprünge“ vollführt, keine Kopfschmerzen bereiten. Aber auch Landungen nach einem Motorabsteller, oder anderen technischen Querelen, sollte man schon trainiert haben, freiwillig oder auch unfreiwillig.

Also los geht´s mit Aufwährmen

Übung 1: Während der gesamten Startphase vom Anrollen bis zum Erreichen der Sicherheitshöhe darf ein Modell weder seitlich noch in der Höhe wesentlich ausbrechen. Nach gleichmäßigem Steigflug auf etwa 20 Meter Flughöhe sollten eine 180-Grad-Kurve geflogen werden, damit das Modell wieder parallel zur Flugpiste fliegt.

Übung 2: ist erfolgreich, wenn selbst bei Seitenwind eine längere Strecke (z. B. parallel zur Startpiste) ohne Höhenverlust und seitliche Abweichung in normaler Fluglage geflogen werden kann.

Übung 3: Der Schnittpunkt einer geflogenen liegenden Acht mit einem etwas kleineren wirklich runden und einem etwas größeren wirklich runden Kreis muß über dem Sender liegen.

Übung 4: Für den Landeanflug fliegt man mit ausreichendem Abstand parallel zur Flugpiste, steuert das Modell durch zwei 90-Grad-Kurven (sogenannte Verfahrenskurven), und richtet es auf die Landebahn aus. Das ganze Manöver vollzieht sich natürlich mit gleichmäßigem Höhenabbau, bis das Modell im ersten Drittel der Landebahnlänge aufsetzt und ohne Hüpfen sauber ausrollt.

Wenn diese einfachen Flugübungen sicher beherrscht werden, von 10 Versuchen sollten 7 klappen, dann kann zum eigentlichen Kunstflugtraining übergegangen werden.

Vorbereitung zum Kunstflug: Wie jeder andere „Hochleistungssportler“ sollte man sich vor jedem Training aufwärmen. Zum Beispiel längeres “gerade” fliegen mit dem Wind, gegen und quer zur Windrichtung auch auf dem Rücken, gemeint ist das Flugzeug, sind hier hilfreich.

Wichtig! Da sich die meisten Flugmodelle in der Luft am Wohlsten fühlen, sollte darauf geachtet werden, das davon auch genügend vorhanden ist. Wer da anderer Meinung ist, bei dem klopft "Mütterchen Erde" unbarmherzig gegen das Modell, was die Optik des Modells sehr negativ beeinflußt! Ergebnis: Beendigung des Kunstflugtraining mangels flugfähigen Modells!

Der Looping lässt sich sowohl mit Seiten- und Höhenruder als auch mit Quer- und Höhenruder fliegen. Optimal ausgesteuert wird diese Figur jedoch bei Vorhandensein aller drei Steuerfunktionen.

RC-Steuerung: Seiten- und/oder Querruder, Höhenruder und Motordrossel

Ablauf: Der Flug verläuft mit Vollgas geradlinig gegen den Wind. Jetzt zieht und hält man das Höhenruder. Das Modell fliegt eine aufsteigende Kreisbahn. Sobald es sich im oberen Kreisbereich in der Rückenlage befindet, nimmt man den Ruderausschlag etwas zurück , reduziert gleichzeitig die Drehzahl des Motors bis auf "Leerlauf ", und gibt dann wieder mehr Höhenruderausschlag.

Auswirkung: Das Modell fliegt in der Kreisbahn weiter, erst abwärts, dann horizontal in normaler Fluglage. Jetzt verringert man den Höhenruderausschlag, gibt gleichzeitig wieder etwas mehr Gas und das Modell fliegt horizontal weiter.

Beachte: Eventuelle Abweichungen von der Kreisbahn des Loopings korrigiert man während der steigenden oder fallenden Flugphase mit dem Seitenruder, die Schräglage des Modells in den horizontalen Teilen mit entsprechend dosierten Querruderausschlägen (falls vorhanden). Ein gut geflogener Looping ist kreisrund. Der Beginn des Einfluges in die Figur und das Looping-Ende liegen horizontal und vertikal in einer Ebene, bilden also einen Schnittpunkt. Perfekt sind mehrere hintereinander geflogene Loopings, wenn sich die Kreisbahnen aller Loopings decken. Die hier beschriebene Kunstflugfigur nennt man auch Innenlooping.

Im Gegensatz dazu wird der Außenlooping mit dem im Rückenflug befindlichen Modell eingeleitet. Jetzt müssen Tiefen- statt Höhenruderausschläge das Modell in die Kreisbahn zwingen. Ansonsten bleibt alles wie bereits oben beschrieben.

Beachte: Da diese Loopingart etwas schwieriger zu fliegen ist als der Innenlooping und auch mehr Motorleistung verlangt, sollte man die ersten Flugversuche in größerer Höhe durchführen.

Wichtig: Hat das Modell eine zu geringe Motorleistung, d. h. schafft das Modell mangels Fahrt nicht den kompletten Kreis, sondern "fällt z. B. am Gipfel des Kreisbogens aus dem Looping", dann muß man vor Beginn der Flugfigur durch geringen Tiefenruderausschlag die Geschwindigkeit desModells massiv erhöhen (Fahrt aufholen).

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© 2006-2009 Ronald Böhm

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